Manchmal braucht man ein Loch im Holz, für das man nicht den richtigen Forstnerbohrer hat (oder es gibt auch keinen).
Abhilfe kann man sich mit der Oberfräse und einem 3D-Drucker schaffen. Hierzu druckt man sich erst eine passende Schablone mit einem kreisrunden Loch. Das Loch muss etwas größer sein, als das Loch, das man fräsen möchte. Und zwar:
Mit
- kd = Durchmesser der Kopierhülse
- fd = Durchmesser des Fräsers
- ld = Lochdurchmesser
Dann ist der Vorlagendurchmesser vd = ld + kd – fd
Beispiel: Die mitgelieferte Kopierhülse der Bosch POF 1400 hat einen Außendurchmesser von 16.8mm (nominell 17mm, aber meine Messung sagt was anderes), der Fräser laut Datenblatt genau 9,52mm, das Loch im Holz soll 18mm Durchmesser haben.
Dann ist die Schablone mit einem Loch von 18mm + 16,8mm – 9,52mm = 25,28mm zu versehen. Die Höhe der Schablone richtet man zweckmäßigerweise so, dass sie der Höhe des Überstands der Kopierhülse über die Grundfläche der Oberfräse entspricht. Bei der og. Bosch POF 1400 ragt die Kopierhülse 8mm über den „Fuß“ hinaus.

Die Oberfräse wird dann entweder mit einem Fräser mit Grundschneider bestückt, mittig auf die Schablone gesetzt und abgesenkt, oder man nimmt einfach einen normalen Fräser und bohrt mit einem normalen Bohrer (für den 9.52mm-Fräser z.B. mit 10mm) mittig vor. Anschließend mit kreisenden Bewegungen entlang des Kreises fräsen – fertig.
Die Schablone selbst wird einfach mit Teppichklebeband fixiert, sie verrutscht so nicht, lässt sich aber danach leicht wieder lösen.
Zum Druck: Ich habe PLA mit 15% Infill genutzt. Wer die Vorlage nicht selbst erstellen möchte, findet hier eine passende Freecad-Datei, die im Spreadsheet „Mappe“ angepasst werden kann.